Aronia – die Beere mit den Superkräften: heimisches Superfood für Mensch & Hund

Aronia (Aronia melanocarpa), auch Schwarze Apfelbeere genannt, ist kein Exot aus dem Amazonas. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wird sie heute in Deutschland, Österreich und Osteuropa angebaut, in Hecken, Gärten und auf speziellen Plantagen. Die etwa ein Zentimeter großen, dunkelvioletten bis schwarzen Beeren hängen in Dolden, reifen im Spätsommer, schmecken herb-säuerlich und sind ein regionales Superfood.

Was die Aronia so wertvoll macht.

Sie ist die Königin der Anthocyane: Ihre fast schwarze Farbe verdankt sie diesen dunkelvioletten Pflanzenfarbstoffen aus der Gruppe der Polyphenole. Aronia zählt zu den anthocyanreichsten Beeren überhaupt – ihr Gehalt an Anthocyanen ist bis zu 5x höher als in anderen Beeren. Daneben enthält sie weitere Polyphenole wie Procyanidine und Chlorogensäure. Wegen dieses hohen Polyphenolgehalts ist sie seit einigen Jahren ein beliebtes Forschungsobjekt, unter anderem im Zusammenhang mit antioxidativen Prozessen. Die Aronia ist eine anspruchslose, frostharte Pflanze, die auch in unseren Breiten zuverlässig gedeiht. Das ermöglicht kurze Transportwege, ein Pluspunkt für alle, die bei der Ernährung ihres Hundes auch auf Regionalität achten. Die robuste Pflanze ist zudem ein wahres Nährstoff-Powerhouse: Sie ist reich an Vitamin C, E, K, Eisen, Kalium, Ballaststoffen  und daneben kalorienarm. Ein wahrer Schatz der Natur!

Was sind eigentlich Anthocyane?

Der Name klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz poetisch: Er kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „blaue Blüte“. Anthocyane sind natürliche Farbstoffe, die Pflanzen ihre leuchtenden Rot-, Violett- und Blautöne verleihen. Sie gehören zur großen Familie der Polyphenole, also der sekundären Pflanzenstoffe.

Das Spannende: Anthocyane sind kleine Farbwechsler. Je nach Säuregehalt erscheinen sie mal rötlich, mal violett oder bläulich. Das kennst man zum Beispiel vom Rotkohl, der beim Kochen mit etwas Essig rot und ohne eher blau wird.

In der Natur gibt es verschiedene „Typen“ von Anthocyanen, und jede Pflanze hat ihre eigene Mischung. In der Aronia dominiert das sogenannte Cyanidin, das ihr die fast schwarze Farbe gibt. Blaubeeren und Schwarze Johannisbeeren setzen dagegen vor allem auf Delphinidin, Erdbeeren auf Pelargonidin. Auch Rotkohl und die Schale von Auberginen verdanken ihre Farbe den Anthocyanen.

Der ORAC-Wert und freie Radikale.

Wer sich mit Aronia beschäftigt, stößt schnell auf den ORAC-Wert. Die Abkürzung steht für Oxygen Radical Absorbance Capacity, auf Deutsch etwa „Fähigkeit, Sauerstoffradikale abzufangen“. Gemeint ist ein Labortest, der zeigt, wie gut ein Lebensmittel im Reagenzglas freie Radikale unschädlich machen kann. Je höher der Wert, desto stärker diese Fähigkeit im Test.

In der früheren Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) gehörte frische Aronia zu den Beeren mit den höchsten gemessenen Werten. Auch andere dunkle Beeren wie Cranberrys, Brombeeren oder Heidelbeeren schnitten gut ab, lagen aber teils deutlich darunter. Hellere Früchte wie Erdbeeren erreichten nochmals niedrigere Werte. Eine einfache Faustregel lautet daher: Je intensiver die Farbe, desto mehr Polyphenole stecken meist darin.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen zu deinem Hund wende dich bitte an einen Tierarzt deines Vertrauens.

Anja Moritz

Als zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin (Ausbildung nach Swanie Simon & Nadine Wolf) verbindet Anja wissenschaftliches Fachwissen mit echter Branchen-Erfahrung: Sie war jahrelang im Branding für renommierte Tierfuttermarken tätig. Derzeit erweitert sie ihre Expertise durch eine Ausbildung zum humanen Nähr- und Vitalstoff-Coach bei Dr. Krowicki, Dr. Lohse und M. Auerswald, um Mensch und Tier ganzheitlich zu unterstützen.

Zurück
Zurück

Antioxidantien. Schutzschilde für den Hundeorganismus.

Weiter
Weiter

Longevity-Forschung. Über die Wissenschaft, die das Altern im Fokus hat.