Warum Zellschutz auch für Hunde ein wichtiges Thema ist.
Zellen sind die grundlegenden Bausteine des Körpers und bilden Muskeln, Organe, Nerven und das Immunsystem. In den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, werden Nährstoffe wie Fette und Kohlenhydrate mit Sauerstoff verbrannt, um ATP zu produzieren. Das ist die universelle Energie-Währung, die Hunde für Schwanzwedeln, Laufen, Verdauung und viele weitere Prozesse brauchen. Diese „gute" Oxidation ist essenziell, denn sie versorgt deinen Hund rund um die Uhr mit Energie. Allerdings hat sie auch eine Schattenseite: Bei jedem Oxidationsprozess können freie Radikale entstehen – hochreaktive Moleküle, die Elektronen von benachbarten Molekülen „klauen". Unter normalen Bedingungen hält der Körper mit seinen körpereigenen Antioxidantien wie z.B. Glutathion diesen Prozess im Gleichgewicht, doch bei intensivem Training, Erkrankungen, Umweltgiften oder chronischer Belastung kann das nicht ausreichend sein. Die Folge ist oxidativer Stress: Freie Radikale greifen Zellmembranen an, lassen Lipide peroxidieren, verändern Proteine und schädigen sogar die DNA. Auch bei Hunden kann das langfristig zu einer beschleunigten Zellalterung führen.
Natürliche Antioxidantien als Unterstützer
Hier kommen Antioxidantien ins Spiel – Substanzen, die in vielen natürlichen Lebensmitteln vorkommen und als bekannte Gegenspieler zu freien Radikalen gelten. In der Hundeernährung finden wir sie z. B. in Quellen wie Beeren (reich an Polyphenolen). Diese Stoffe spenden Elektronen, binden damit Radikale und unterbrechen so Kettenreaktionen. Polyphenole etwa können körpereigene Schutzmechanismen unterstützen, die über einzelne Moleküle hinausgehen.Lachsöl liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren wie EPA (Eicosapentaensäure), die zwar keine klassischen Antioxidantien sind, aber wichtige Bestandteile der Zellmembranen. Für Hunde lassen sie sich wunderbar in eine ausgewogene Fütterung integrieren.
Longevity-Forschung und Zellgesundheit bei Hunden
Die Longevity-Forschung hat besonders zelluläre Prozesse im Fokus. Studien zeigen, dass oxidativer Stress ein Faktor im Alterungsprozess ist, nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden. So zeigen Blutuntersuchungen, dass bei Haushunden die Lipidperoxidation, also die oxidative Schädigung von Fettmolekülen, mit dem Alter zunimmt.¹ Auch im Gehirn älterer Hunde wurden vermehrte oxidative Veränderungen festgestellt.² Interessant ist, dass oxidativer Stress allein nicht alles erklärt: Kleine Hunderassen zeigen trotz ihrer höheren Lebenserwartung sogar mehr oxidative Schäden als große.¹ Das Altern ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren. Ansätze zielen auf die Erhaltung der Zellgesundheit ab, etwa durch eine nährstoffreiche Ernährung, um die natürliche Widerstandsfähigkeit zu unterstützen. Das macht Zellgesundheit zu einem spannenden Thema für alle Hundeeltern.
Hinweis: Dieser Beitrag dient rein der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Quellen
¹ Jimenez AG, Downs CJ (2020): Untangling life span and body mass discrepancies in canids: phylogenetic comparison of oxidative stress in blood from domestic dogs and wild canids. American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32609535/
² Head E, Liu J, Hagen TM et al. (2002): Oxidative damage increases with age in a canine model of human brain aging. Journal of Neurochemistry 82(2): 375–381. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12124438/

